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Auf dem Weg...

nach 20-jähriger Tätigkeit auf der Intensivstation habe ich es gewagt.

Die Annonce "Intensivpflegepersonal für die Heimbeatmung gesucht" ließ mich irgendwie hoffen, nicht alle bekannten Strukturen meines bisherigen Berufslebens zu verlieren.

Mein Traum von "mehr Menschlichkeit und Individualität für den Patienten in der Pflege " ließ mir keine Ruhe. Meine bisherigen Versuche waren nicht unbedingt erfolgreich oder gerne gesehen.

Warum also nicht mal was ganz anderes ausprobieren?
 
Dieser Wegweiser zeigte in die Richtung des Weges, den ich betreten, erkunden und erfahren wollte, als ich mich für die Arbeit bei diesem Pflegedienst entschied.

Er führte mich aus der Sicherheit des Krankenhauses,
wo jederzeit ein Arzt in greifbarer Nähe ist,
wo jederzeit der Rat und die Hilfe des Kollegen / der Kollegin eingeholt werden kann,
wo man sich hinter den "Kulissen" der Struktur des Pflegealltages und seiner Rolle als Krankenschwester verstecken kann,
wo man so gut wie nie alleine unterwegs ist,
in ein unbekanntes Gelände mit ganz neuen Wertigkeiten und Strukturen.

Manche davon waren schnell und ohne großen Einsatz erfasst, andere brauchten und brauchen auch heute noch Zeit.

Sie benötigen Eigenarbeit, Zusammenarbeit und vor allem die Bereitschaft, sich darauf einzulassen.

Was ich damit meine, möchte ich anhand des endotrachealen Absaugens näher beschreiben.

Jeder von uns Intensivpflegern lernt in der Ausbildung wie dieser Vorgang laut Lehrbuch durchgeführt werden sollte. Nach Überwinden der anfänglichen Unsicherheiten, wie ich das vorgeschriebene Handling mit meinen mir gegebenen Möglichkeiten sachgemäß umsetzen kann, wird dieser Vorgang schnell zur Routine > einmal gelernt und eingeübt wird er - bei Bedarf - routiniert bei allen Patienten durchgeführt.

Aber hatte ich schon einmal einen Patienten anschließend gefragt, wie es für ihn war?

Patienten, die eine solche Frage beantworten könnten, sind im  Krankenhausalltag selten zu finden.
Das Team von Conny hat dieses seltene Privileg.

Ich kann mich mit Conny darüber austauschen, wie mein Absaugen von ihr empfunden, gespürt und erlebt wird. Denn obwohl jeder "in der Basis" gleich absaugt, ist es durch das persönliche Handling des Einzelnen sehr unterschiedlich.

Die Rückmeldung von Conny, was z.B. für sie gut und was nicht so gut ist, ermöglichen mir, meinen Absaugvorgang effektiver und damit wesentlich angenehmer für sie durchzuführen.

Damit wird Können zur Kunst.
Nur der Betroffene selbst weiß am besten Bescheid, was für ihn angenehm ist.

Um diese Kunst zu erreichen und zu erhalten, ist "Arbeit" notwendig. Es bedarf und bedurfte einiger intensiver Gespräche, bis sich ein vom Verstehen zu einem für Conny und mich akzeptables Umsetzen erreichte.

Gespräche, in denen wir beide gefordert sind, die von gegenseitiger Wertschätzung und Vertrauen getragen sein müssen. Nur so gelingt es, Kritik bzw. "ein-nicht-Zufriedensein" mit z.B. meinem Handling als  etwas Konstruktives und Förderliches anzunehmen, sich nicht persönlich und auch nicht in seiner Rolle als Krankenschwester  angegriffen zu fühlen.

Vertrauen muss wachsen. Es braucht Zeit - manchmal viel Zeit. Es ist ein sehr empfindsames Pflänzchen, das immer wieder Beachtung und Pflege braucht. Für es gilt nicht: einmal besprochen / beachtet - für immer abgehakt.

Wenn dieses Pflänzchen einmal am Wachsen und Gedeihen ist, den tragenden Boden, die Wertschätzung, die Zuwendung und die Bereitschaft spürt, es vertrauen kann, dann trägt es reichliche, ungeahnte, fasziniernde, wunderbare und seltene Früchte.
Natürlich ist auch manchmal ein "fauler Apfel" dabei. Deswegen würde kein "Apfelernter" die anderen Früchte liegen oder am Baum hängen lassen, oder?

Auf jedem Weg sind schöne, einzigartige Teilstrecken zu finden, auf denen das Gehen leicht und beschwingt ist, ebenso beschwerliche Teilstücke, auf denen das Gehen mühevoll und anstrengend ist. Wenn es gelingt, diese in einem gemeinsamen Miteinander zu meistern, trägt es zum Wachsen und Reifen aller Beteiligten bei.

Ich hoffe, auf diesem Weg noch lange gehen zu dürfen.

Christine

www.beatmet-zuhause-leben.de