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Besuch...

Ich habe die erhaltene E-mail erst zweimal gelesen:

 “ Liebe Conny, inwieweit wäre es möglich, bei Ihnen mal vorbeizuschauen? Oder Sie mal bei uns? Falls es nicht zu belastend für Sie ist? Wir sind 29 Schüler im 3. Jahr der Pflegeausbildung (Altenpflege, Kurs 3BFA3) an der Emil-von-Behring-Schule in Geislingen/Steige. Über eine kurze Antwort freuen wir uns.“

– Das ist ein Spaß, das kann nicht ernst gemeint sein...

Bei der Vorstellung im Nachhinein, ich hätte auf diese E-mail nicht reagiert, wird mir ganz anders – ich hätte mich um eine wirklich sehr tolle Erfahrung gebracht. Aber ich habe reagiert, nachgefragt und hinter dieser E-mail-Anfrage steckte eine tolle sehr engagierte Pflegepädagogin und ihre hochmotivierten Altenpflegeschüler, die an einem direkten Erfahrungsaustausch mit einem beatmeten Menschen interessiert waren.

Sie sind auf mich über meine Homepage gestoßen und hatten den Willen eine sehr innovative Idee umzusetzen.

Nach kurzen Rücksprachen per E-mail wurde der 13.3.´08 als Termin gewählt, tatsächlich wollte die gesamte Klasse aus Geislingen zu mir kommen und um 13:30 Uhr betrat die Klasse mit Lehrerin mein Wohnzimmer.

Wir hatten hier sämtliche Sitzmöglichkeiten zusammengetragen, damit jeder ein Plätzchen finden konnte und ich war innerlich mächtig aufgeregt. Das hielt jedoch nicht lange an, denn ohne große Umschweife stellten sich gleich zu Beginn die Lehrerin und alle Schüler/innen mir nacheinander vor, wie sie heißen, wie alt sie sind, wo sie arbeiten und warum sie sich für den Beruf Altenpfleger/in entschieden haben.

Das war schon ein sehr bunter Einblick, den ich da bekam. Vor mir saßen Menschen, hinter denen ich Persönlichkeiten sah, die sich fast alle bewusst und überzeugt für ihre Ausbildung zum Altenpfleger/in entschieden haben und die glaubhaft das Gefühl vermittelten, dass für Sie tatsächlich der Mensch im Mittelpunkt steht.

So hatte ich das bisher noch nie erlebt. Natürlich habe ich schon oft gehört: „Ich möchte mit Menschen arbeiten, für sie da sein und für sie Zeit haben“. Oft hält diese Aussage jedoch meinem Hinterfragen dann nicht stand.

In diesem Fall steckte hinter den Aussagen fast aller Schüler/innen soviel Glaubwürdigkeit und spürbar die längst tatsächliche Umsetzung wirklich für alte Menschen da zu sein, was mich tief beeindruckte.

Ich mache öfters die Erfahrung, dass tatsächlich Krankenpflegepersonal „Patienten“ pflegt, die krank sind. Es war sehr gut, glaubhaft zu erfahren, dass Altenpflegepersonal „Menschen“ pflegen, die Pflege und Unterstützung brauchen.

Ich musste der Klasse nicht erzählen, dass man in der häuslichen Pflege / Pflege bei Heimbewohnern Beziehungen aufbauen muss, um auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen eingehen zu können, das wird von ihnen tatsächlich schon gelebt.

Wichtig waren ihnen, ob und wie ich mit Nähe und Distanz zu meinem Team umzugehen vermag, wie das bei so wenig Rückzugsmöglichkeiten für beide Seiten gehandhabt werden kann, ob sich mein soziales Umfeld verändert hat, wie sich eine solche Situation in der Beziehung zu Lebenspartnern, Freunden und Familie auswirkt. Was mir hilft, im Alltag durchzuhalten, ob ich an Gott glaube... Natürlich wollte auch gewusst werden, wie sich mein Tracheostoma bzw. Trachealkanüle z. B. auf die Atmung, das Schlafen, Essen und  Sprechen auswirkt.

Interessiert hat auch, dass mir mein Pflegedienst ein Mitspracherecht bei der Auswahl der Mitarbeiter sowie der Dienstplangestaltung einräumt.

Mich hat sehr gefreut, dass ich eine gut vorbereitete Klasse zu Besuch hatte, die sich schon bestens vorab auf meiner Homepage informiert hatte und nun die Gelegenheit nutzte noch etwas mehr mit ihren Fragen ins Detail zu gehen.

Nach 2 ½ Stunden angeregtem Gespräch haben alle einzeln ein Resumee gezogen und mir vermittelt, dass dieser Nachmittag für sie genauso wertvoll und beeindruckend war, wie für mich. Das verlangt nach einem Wiedersehen!

Liebe Frau Bolek, danke für Ihr Engagement neue innovative Wege zu gehen und diesen schönen Tag, ebenso gilt mein großer Dank der ganzen Klasse 3BFA3 für dieses tolle Zusammentreffen und ausdrücklich möchte ich mich auch noch mal für die Blumen und das wunderschöne selbstgemachte Büchlein bedanken, in dem mir alle einzeln eine Seite gestaltet haben mit wunderschönen Sprüchen und liebevollen Wünschen.

Viel Erfolg bei der bald anstehenden Abschlussprüfung und die allerbesten Wünsche für Ihre Zukunft!


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