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Gepflegtes Miteinander...      

In der Pflegesituation in der Häuslichkeit kommt es immer wieder vor, dass man sich von einem Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin trennen muss und wieder eine neue Mitarbeiterin oder ein neuer Mitarbeiter zur Teamverstärkung benötigt wird.

Das ist immer aufs Neue eine besondere Situation und ich frage mich oft, was sich Pflegende unter der Tätigkeit in der Häuslichkeit, in der sie in einer Schicht von 8 – 12 Stunden nur mit einer zu versorgenden Person zusammen sind, vorstellen und was sie zu dieser neuen Aufgabe motiviert.

Machen sie sich klar über welchen Zeitraum die „neue Partnerschaft“ funktionieren muss? Verbringt man sonst drei oder vier Stunden am Tag zusammen mit seinem Lebenspartner oder seiner Lebenspartnerin, so heißt es im Pflegealltag rund um die Uhr für den Pflegenden und den zu Pflegenden miteinander gut auszukommen. Leider sind das die wenigsten Menschen in der Pflege gewohnt und diesem Anspruch sind allgemein die wenigsten Menschen tatsächlich gewachsen.

Im drum herum Alltag außerhalb des Dienstes gibt es für die Pflegenden bedingt durch Hobbies, Familie und Freunde viel Ablenkung. In der 24 Stunden-rund-um-die-Uhr-Pflege eines einzelnen Menschen in dessen Häuslichkeit hat man nur diesen Menschen, der einem die Arbeit anweist, der mit einem mehr oder weniger kommuniziert, bei dem man z.B. Unpässlichkeiten loswerden kann. Eine Pause durch Weggang während einer Schicht ist unmöglich. Da braucht es großes gegenseitiges Verständnis, Respekt und Rücksichtsnahme, worüber immer wieder kommuniziert werden muss. Ebenso muss man dringend lernen mit Abhängigkeiten umzugehen.

Die Erwartung vieler Menschen, die auf Pflege rundum angewiesen sind, auf gute Zusammenarbeit und Harmonie von Anfang an mit dem neuen Pflegenden, ist anfangs oft zu hoch und sorgt dann zwangsläufig für Enttäuschungen. Es muss wie in jeder Beziehung viel Arbeit dafür geleistet werden, gut miteinander zu können, allerdings ist Grundvoraussetzung für gute harmonische Zusammenarbeit unabdingbar eine wirkliche Sympathie füreinander beim ersten Kennenlernen.

Einigt man sich darauf, eine Zusammenarbeit zu versuchen, muss einiges von Anfang an besprochen werden.

Es kommt oft dazu, dass sich beide Partner nicht konkret darüber verständigt haben oder sich nicht einig sind, wie sie die gemeinsame Zeit verbringen wollen.

Man ist 8 – 12 Stunden aufeinander angewiesen und es braucht Einlassungsvermögen auf einander und auf vielerlei Alltagssituationen.

Auch gegenseitige Macken, über die man, im sonst von anderen Dingen abgelenkten Alltag, oft hinweg sieht, können im alleinigen Schichtdienst plötzlich ungeahnte Verstärkung erfahren. So wird ein gewohnheitsmäßiges Räuspern oder Schlürfen oder notorischer Ordnungsfimmel zum ständigen Auslöser von Gereiztheit und Ärger.

Das süße Nichtstun, nach dem man sich früher im Kliniktrubel oder der ambulanten Pflege unter großem Zeitdruck bei mehreren Patienten auch mal zwischendurch gesehnt hat, kann schnurstracks zur lähmenden Langeweile führen, wenn man sich nicht bewusst macht, dass kleine Freiräume zwingend notwendig sind und wie man sie für sich selbst nutzt.

Man muss über alles reden – weitgehend im Vorstellungsgespräch und gleich auch in den Einarbeitungsdiensten. Was Sie wollen, was Sie sich von der Zusammenarbeit erwarten und auch was Sie keinesfalls möchten.

Verbringen Sie die Zeit im Dienst anders als zu Hause. Lassen Sie sich darauf ein, dass der zu Pflegenden tatsächlich sein Leben selbstbestimmt leben kann.

Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei einer akuten Spannung, über die man reden muss, empfiehlt sich eventuell eine kurze Trennung. Kurzzeit-Trennungen sind Balsam fürs Ego und sorgen wieder für neue Arbeitslust und auch Gesprächsstoff.

Love-Deals sind die zweite Geheimwaffe einer guten Zusammenarbeit - denn kleine Kompromisse helfen, Krisentage leichter zu überstehen. So könnte man ruhig mal auf Aktionismus verzichten, wenn der andere einen müden Tag hat, auch wenn man selbst gerade voller Tatendrang ist. Oder man macht freiwillig Angebote, Dinge auszuführen, die gemacht werden sollten, auch wenn man viel lieber mal nur rum sitzt.

„Love-Deals“ machen dem anderen eine Freude, erleichtern die Zusammenarbeit und machen beide zufrieden.

 

 

 

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