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14.04.2010  

Ich habe heute beim Frühstück mit meinem Pfleger ein gutes Gespräch gehabt und Thema war nach meinem gestrigen schönen Tag, dass ich ja am 5. Mai auch schon 7 Jahre tracheotomiert bin.

Wir haben ganz viel über die damalige Situation gesprochen und das ist jetzt einfach Anlass genug für mich zu einer Rückerinnerung an diesen denkwürdigen Tag, denn dieser Tag war im Rückblick von heute aus doch ein guter!

An den Tag selbst erinnere ich mich kaum, viel einprägsamer waren mir einzelne Gesprächsfetzen mit Dieter und Petra, die mir nachdrücklich klarzumachen versuchten bzw. mich davon zu überzeugen versuchten, dass es besser wäre eine Kanüle durch ein Loch im Hals zu bekommen als weiterhin, den von mir gehassten Tubus durch den Mund im Hals zu haben, der mir sehr weh tat, mich am Sprechen und Essen hinderte und mir größte Panikgefühle verursachte.

Wenn ich mich heute zurück erinnere, stehe ich zuschauend neben mir und blicke in der Situation auf ein echtes Drama. Da ich damals so heftigst unter Medikamenten stand: täglich Tavor (starkes Beruhigungsmittel bei Angst und Panikstörungen), Remergil (starkes Antidepressivum), Novalgin (Schmerzmittel), Durogesicplaster (Opiatplaster) bekam, war ich ziemlich out of time...

Für den Laien klingt das sicher harmlos, doch es ist ein hammerharter Cocktail, den ich über ein Vierteljahr täglich bekam, der mich fürchterlich abdrehen ließ und meine wahnsinnigen panischen Ängste wurden dadurch eher verstärkt als vermindert. Sie ließen erst schlagartig nach, als dieser tägliche Horrorcocktail nach 3 Monaten dank Hasan und Herrn Dr. Miehe endlich abgesetzt wurde.

Zum Zeitpunkt der anstehenden notwendigen Tracheotomie war ich also nicht "Herrin meiner Sinne" und hatte fürchterliche Angst davor. Es ging wohl über 2 Wochen, bis ich mich endlich zum Luftröhrenschnitt und Beatmung über Kanüle entschloss.

Ich erinnere mich, dass ich gar nicht wußte, was definitiv auf mich zu kam. Da ich immer wieder weggetreten war und nicht sprechen konnte, nur ganz leise flüstern, war großer Dialog mit Ärzten, Pflegepersonal oder Angehörigen nur unzureichend möglich. So verstand auch niemand, welche irrsinnige Angst mich umtrieb.

Ich hatte vor Jahren einmal den tollen Mann einer Kollegin kennengelernt, der furchtbarer Weise an Kehlkopfkrebs erkrankt war und diesen operativ entfernt bekommen hatte. Nach der Operation konnte er nur noch über ein Mikrophon, das er sich an den Hals hielt, sprechen, was gruselig blechern und unnatürlich klang. Ich hatte die furchbare Vorstellung, dass genau dieses mich auch infolge der Tracheotomie erwarten würde.

Meine Freundin erzählte mir später, dass ich damals mit Kugelschreiber in großen Lettern ANGST auf meinen Bettbezug geschrieben habe und den damaligen Oberarzt muss ich vehement darum gebeten haben, dass man mich bitte sterben lassen sollte.

Ich weiß davon gar nichts und der Oberarzt war 5 Monate später, als wir uns beide mit klarem Kopf darüber unterhielten, vollkommen geschockt, dass ich davon absolut nichts wußte. Gottseidank haben meine Angehörigen damals gleich gesagt: "das ist nicht Conny, diese Aussage passt nicht zu ihr", sodass ich dann letztendlich doch tracheotomiert wurde.

Seitdem ist es so und es ist gut so. Für mich haben Schläuche und Maschine nichts Negatives mehr, denn sie schenken mir seit 7 Jahren Leben - und kein schlechtes!

Es liegt mir so sehr am Herzen, darüber aufzuklären, dass künstliche Beatmung hilfreich ist, um wieder mehr Lebensqualität zu bekommen und eine höhere Lebenserwartung zu erhalten. Atmen ist Leben!



www.beatmet-zuhause-leben.de