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Ballonfahrt von Nina...



Nina ging in die Luft

 

„Ich bin schon ein Träumer, ja – aber ich bin nicht nur Träumer.

Manchmal wenn ich dann finde, das muss ich jetzt verwirklichen, dann stecke ich alles dazu, um diesen Traum zu verwirklichen. Meine ganze Energie. Weil das Träumen alleine ja das bringt einen nirgends hin.

Manchmal muss man was verwirklichen...

Also wenn man Power hat und Energie, besteht manchmal die Gefahr, dass dann alle Menschen rundherum denken, ach die hat genug Kraft, die braucht mich nicht, die kann das schon alleine.

Dann muss man das immer wieder sagen, ich brauche dich doch.“

(Originalton von Nina Dorizzi in ihrem Film „Leben außer Atem“)

Ich lebe zuhause mit persönlichen Assistenten, diese suche ich selber und wähle sie dann auch aus.

Gerade vor kurzem habe ich einigen Angestellten gekündigt. Nicht weil sie etwa böse Menschen waren, aber weil sie meinen inneren Prozess des selbstbestimmten Lebens nicht mitgehen konnten.

Meine Sicherheit, mein Selbstbewußtsein und mein Geradestehen für mich und meine Handlungen macht sie unsicher.

Sie haben nichts mehr zu betreuen. Sie haben an Macht verloren, da ich klare und direkte Anweisungen gebe und verlange, dass diese ausgeführt werden. Ich verhalte mich nicht mehr wie eine Bittstellerin, sondern wie eine Arbeitgeberin.

Eine Frau, die selber geküdigt hatte, erklärte mir: "Ich konnte zu wenig an Dir tun". Sie sagte noch: " Weißt du, im Traum haben die da oben mir dich zu Füßen gelegt."

Oftmals laufen diese Machtspiele ganz unscheinbar ab. Ich bitte jemanden mir etwas an einen von mir bestimmten Ort zu legen, damit ich der nächsten Person erklären kann, wo es liegt. Das wird nicht gemacht.

Oder man lässt mich eine Ewigkeit warten, bis ich aufstehen darf. Oder man gibt mir mein Saugschläuchchen nicht, das meine Selbständigkeit ermöglicht, schreiben, Radio und TV bedienen etc., aber vor allem kann ich dann nicht läuten.

Auch, wenn ich absichtlich übergangen werde oder anscheinend nicht gehört werde, fühle ich mich völlig hilflos.

Das Schlimmste ist aber für mich, wenn man mir mit Davonlaufen droht. Da ich künstlich beatmet werde, ist das ein Spiel mit meinem Leben.

Kürzlich besuchte ich eine kulturelle Veranstaltung. Meine Begleitperson traf einen Freund und setzte sich mit diesem auf eine Bank.

Ich wollte ein wenig die Verkaufstände durchstöbern und fragte sie, ob sie hier sitzen bleiben, damit ich im Notfall weiß, wo ich mit meinem Elektro hinsteuern muss. Das war also abgemacht.

Doch nach einer Zeit, als ich zu ihnen zurückkehren wollte, waren alle beide weg. Ich schwitzte Blut.

Zuvor hatten wir uns verkracht, das war dann wohl die Retourkutsche.

Grässlich ist es auch, wenn ich in Auseinandersetzungen immer wieder die Behinderung vorgeworfen erhalte.

Ich fühle mich jeweils wie plattgedrückt, da ich ja behindert bin und daran nichts verändern kann. 

Mein Leben muss mir soviel wert sein, dass ich nicht mehr Lieb-Kind sein brauche. Ich muss es mir wert sein auf die Barrikaden zu gehen, die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken.

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