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Kanülenwechsel


Die Trachealkanüle,  sie ist das Ding durch das ich jetzt den Rest meines Lebens atme, bleibt mir nicht wirklich auf Dauer, sondern wird in regelmäßigen Abständen durch eine neue ausgetauscht.

Trachealkanülenwechsel, seit meiner Beatmung ein sich ständig wiederholendes Ritual und doch wird es auch durch den mittlerweile zur Routine gewordenen Vorgang nicht weniger unangenehm im Erleben.

Es ist immer eine unterschwellige Angst dabei vorhanden, es passiert eventuell etwas Unvorhersehbares und wenn alles gut überstanden ist, wird man sich immer wieder bewusst, dass es Stress pur war und ganz werde ich mich wohl nie daran gewöhnen.

Ich lege für mich großen Wert darauf, dass diese Prozedur immer von den gleichen geübten Pflegern durchgeführt wird, es gibt mir ein beruhigendes Gefühl und ich kann mich eher in die Situation fallen lassen.

 
 

 

 Standard Trachealkanülenwechsel
(Auszug aus meiner persönlichen Informationsmappe für mein Pflegeteam)


Trachealkanülenwechsel werden bei mir 1x alle 14 Tage durchgeführt. Der Rhythmus sollte möglichst eingehalten werden.

Der Kanülenwechsel erfolgt nach Planung durch immer die selben zwei Pfleger, nach Absprache kann 1 Person aus dem Pflegeteam zuschauen.

Der Trachealkanülenwechsel muss immer von 2 erfahrenen Pflegern und/oder Schwestern durchgeführt werden. Die Pflegepersonen müssen mit der Technik des Kanülenwechsels bei mir vertraut sein.

Im Notfall muss jeder vom Pflegeteam bei Dekanülierung oder Obstruktion sofort konstruktiv reagieren können.

2 Stunden vor dem Kanülenwechsel bekomme ich in halbstündigem Rhythmus 5 Arnika Globuli D6 zur Prophylaxe gegen das Anschwellen des Halses und ich bleibe nüchtern.

Bereitzuhaltende Materialien sind:
8-er Trachealkanüle und 7-er Notfallkanüle,
sterile 10 ml Spritze, Sterillium, Cuffdruckmesser, Lary-Phary-Spray, Xylocain-Gel, Spreizer, Nierenschale, sterile und unsterile Handschuhe, Absaugkatheter, weiche Schlitzkompressen, sterile 10x10 Kompressen, Kanülenhalteband, Ambu-Beutel, Pulsoxymeter, einsatzbereite O2-Flasche zum evtl. Präoxygenieren, Lampe, saubere Unterlage (Moltex oder Handtuch).

Vorbereitung des Kanülenwechsels:
Bett auf Arbeitshöhe fahren. Ich werde mit leicht erhöhtem Oberkörper gelagert, ohne Kopfkissen, mit Handtuchrolle im Nacken, Hals leicht überstreckt.

Pflegeperson A steht auf rechter Bettseite und arbeitet steril. Pflegeperson B steht links und assistiert.

Pflegeperson A desinfiziert sich die Hände. Vorbereitung der Unterlage mit den Utensilien Nierenschale mit Spreizer, sterile Spritze, Gleit- und Lokalanästhetikum, Kanülen, sterile und unsterile Handschuhe.

Plegeperson A trägt Xylocain-Gel auf inneren Kanülenschaft mit Cuffballon auf, besprüht beides zusätzlich mit Lary-Phary-Spray.Sie öffnet Verpackung der 8-er Kanüle und der sterilen Spritze und zieht sich sterile Handschuhe an. Sie überprüft den Cuff der neuen Kanüle auf Dichtigkeit, indem sie diesen mit der Spritze aufpumpt.

Hält der Cuff sein Volumen, wird die Luft wieder mit der Spritze abgezogen. Zum Fixieren der Halteplatte an der Kanüle muss der Gewindering im Uhrzeigersinn angezogen werden (ca. 10 mm Abstand am Schaft zum Ansatzstück, dabei unbedingt darauf achten, dass Cuffdruckleitung in einer der 4 Aussparungen liegt, damit das Blocken einwandfrei möglich ist).

Pflegeperson B Pflegeperson A positioniert Führungsstab in der Kanüle (Führungsstabspitze ragt dabei ca. 8 mm aus der Kanüle).

Pflegeperson B legt neues Kanülenhalteband zusätzlich unter meinem Nacken bereit. Pflegeperson B löst das Kanülenhalteband beidseitig von der Kanüle und hält Kanüle fest.

Ich überstrecke den Hals und atme noch 5 Züge am Beatmungsgerät. Pflegeperson B schließt mich an Pulsoxymeter an und überprüft Vitalzeichen. Sie saugt mich nochmals ab und entfernt das Bändchen mit Waschlappen, das ich zur Unterstützung der Kanüle trage, damit sie nicht zu stark nach unten hängt.

Sie bereitet Absaugung für späteren Einsatz vor (Katheter in geöffneter Verpackung schon auf Saugschlauch stecken). Ambu-Beutel bereithalten. Schlitzkompressen und 10x10 sterile Kompressen bereithalten.

Trachealkanülenwechsel:
in Bereitschaft und mit Einverständnis von Pflegeperson A und mir, diskonnektiert Pflegeperson B Gänsegurgel von Trachealkanüle.

Pflegeperson B überzeugt sich nochmals davon, dass Kanüle vollständig entblockt ist und zieht Trachealkanüle mit drehender Bewegung der Stomaanatomie folgend raus, damit man nicht am Stomarand hängen bleibt und keine größeren Verletzungen verursacht.

Pflegeperson B beleuchtet Stoma mit bereitgehaltener Lampe. Ohne größere Verzögerungen nach kurzer Inspizierung führt Pflegeperson A daraufhin neue Trachealkanüle behutsam, ebenso mit drehender Bewegung der Stomaanatomie folgend, ein. Dabei auf Widerstand und Stomaveränderungen achten.

Nach Überzeugung vom einwandfeien Sitz der Kanüle, blockt Pflegeperson B die Kanüle mit höchstens 25 mbar.

Pflegeperson A hält Kanüle dabei fest. Nach Bedarf saugt Pflegeperson B nochmal ab und schließt mich wieder ans Beatmungsgerät an, Pflegeperson A sichert weiterhin die Kanüle.

Nochmalige Überprüfung vom einwandfreien Sitz der Kanüle (auf Thorax- und Bauchbewegungen achten, Vitalzeichen kontrollieren und mich nach meiner Befindlichkeit befragen).

Abhören der Lungen mit Stethoskop auf beidseitige gleichmäßige Belüftung. Wenn einwandfreie Beatmung wiederhergestellt ist, wird die Kanüle mit neuem Kanülenhalteband gesichert. (Altes Kanülenhalteband wird unterm Nacken herausgezogen, neues Kanülenhalteband im Nacken etwas hochgeschoben und mit den beiden Enden an der Halteplatte rechts und links befestigt, 2 Finger sollten zwischen Hals und Kanülenhalteband noch Platz haben).

Handtuchrolle unter Kopf entfernen und Kopfkissen wieder unter meinen Kopf. Die Kanüle wird wieder entblockt.

Stomapflege nach Standard. Bei Bedarf häufiger.

Ich sollte nach dem Trachealkanülenwechsel nochmals für 2 Stunden im halbstündigen Abstand 5 Arnika-Globuli einnehmen.

Weitere Kontrolle der Vitalzeichen, Ausmaß von Nachblutungen beobachten.

Ich ruhe mich noch 2 Stunden aus. Pflegeperson A dokumentiert den Trachealkanülenwechsel.

www.beatmet-zuhause-leben.de