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Als ich mit 10 Jahren ins Gymnasium kam, war meine noch nicht diagnostizierte Muskeldystrophie schon soweit fortgeschritten, dass mir der Schulweg doch inzwischen sehr beschwerlich wurde. Den Ranzen nicht mehr richtig schultern könnend, war der tägliche Kraftakt eine mächtige Tortur und meine Eltern merkten nicht sogleich, wie schlecht mein Zustand war. Der Schulweg hin und zurück dauerte immer länger und bald wurde doch klar, dass Mutti mich mit dem Auto fahren musste, weil ich die Strecken nicht mehr bewältigen konnte.

Das war natürlich auch mächtig schick, jetzt vorgefahren zu werden... Manche meiner Klassenkameraden und -dinnen stiegen an der Schulhofeinfahrt noch schnell mit ins Auto, um auch bis direkt vor die Schultür gefahren zu werden...

Mit 12 Jahren begann ich mich zu schminken und erinnere mich, wie ich mit einem dunkelblauem Strickanzug, rosa Chiffonschal und lila Lidschatten bis hoch zu den Augenbrauen gemalt und knallrot bemalten Lippen meiner Mutti beim Verlassen der Wohnung zurief, ich geh kurz ins Städtle... Sie kam aus der Küche und starrte mich einen Augenblick entgeistert an. Zuckte es schelmisch um ihre Mundwinkel während sie mir nachrief: viel Spaß!? Es war ein Spießrutenlauf durch die Straßen und das Lachen der Menschen über mich, das ich sehr wohl registrierte, traf mich hart. Doch es war die beste Erfahrung für mich, zu erkennen, weshalb man sich besser dezent schminkt.

Nachdem meine Eltern 1972 von einem Oberarzt in den Wernerschen Anstalten in Ludwigsburg, wo ich nochmals an den Beinen operiert worden war, die verheerende Diagnose Duchenne-Muskeldystrophie mit nur noch geringer Lebenserwartung für mich erhielten, suchten sie für mich nach kompetenter medizinischer Hilfe. Ich wurde Prof. Dr. Robert Beckmann in der Unikinderklinik in Freiburg vorgestellt und kam dann 3 Wochen stationär nach Freiburg in die Klinik, damit genauestens untersucht werden konnte, was mir tatsächlich fehlte.

Dieser Klinikaufenthalt war der wohl prägendste für mich in meinem bisherigen Leben. Alle Wände der Zimmer waren aus Glas und man konnte durch mehrere Vierbettzimmer bis in den Tagesaufenthaltsraum schauen. Es lagen lauter Kinder auf Station, von denen ich die älteste mit 13 Jahren war. Bei mir im Zimmer lag noch ein 2-jähriger Junge mit überdimensional großem Wasserkopf, aus dem Schläuche hingen. Ein zweiter 4-Jähriger, der einen inoperabelen Hirntumor hatte, der auch auf sein rechtes Auge drückte. Ein Junge mit 12 Jahren, der wie seine 8 Brüder Bluter war und dessen Vater, der ihm eine mächtige Ohrfeige gegeben hatte, Nasenbluten verursacht hatte. Dem Jungen hing deshalb ein hühnereigroßes Blutgerinsel unter der Nase, das nicht leicht entfernt werden konnte, da er sonst sofort wieder angefangen hätte unbändig zu bluten. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flurs gab es ein Zimmer mit Milchglasscheiben.

Wir Kinder, die noch laufen konnten, durften nur durch die manchmal geöffnete Tür dem darin liegenden Jungen zuwinken. Er war beatmet, hatte Krebs im Endstadium und konnte nur noch mit den Augen lächeln. Seine Eltern wechselten sich im Tag/Nachtrhythmus ab und saßen immer abwechselnd an seinem Bett... Tagsüber war die liebe Frau Borgetti da, die mit beim Essen geben der Kinder half und mit denen, die noch beweglich waren, wunderschöne Sachen bastelte. Ich habe dort die tollsten Hals- und Armketten aufgefädelt, die am Ende in dem von uns mit Frau Borgetti organisierten Basar auf Station verkauft wurden. Der Erlös wurde zur Spielzeugbeschaffung für die Stationskinder genutzt...

Die Diagnose hieß nach dem Klinikaufenthalt zwar auch progressive Muskeldystrophie, doch war sie anderen Typs und es wurde der Verlauf der Krankheit nicht mehr so verheerend beschrieben. Prof. Beckmann galt damals als die Kapazität für Muskelerkrankungen deutschlandweit und ich war bis zu meinem 23sten Lebensjahr immer wieder in der Freiburger Kinderklinik bei ihm zu Kontrolluntersuchungen.

Ich ging gern in die Schule, nicht zwingend aus Lerneifer, jedoch war es toll mit den Freundinnen und Freunden zusammen zu sein. Unter anderen machten Diemut, Siggi, Biggi, Annika, Jo, Elke, Richo, Tschufy und Markus (mein Mülli) die Lehranstalt für mich interessant.

Markus war "nur" mein bester Freund und Kumpel und ich trotzdem immer ein bisschen in ihn verliebt. Eigentlich viel zu klein für mich (ich wußte aber scheinbar schon damals von innerer Größe) war er meiner Ansicht auch immer in die falschen Mädchen verliebt. Besonders schwärmte er mir von Gussy vor und verriet mir, dass sie Fenjala benutzte, was er für einen ganz tollen Duft hielt.

Ich habe öfters versucht sein Herz zu erobern und einmal sah ich die Chance dazu im Besuch meiner Tante Ruth. Sie half mir unbewusst dabei, ihn mal wieder zu versuchen zu becircen, denn sie schenkte mir eine Flasche Fenjala-Duftölbad. Wunderbar - das wird wirken... Ich goß die ganze Flasche in mein Badewasser und ließ mich davon umschmeicheln, wie anno dazumals Cleopatra sich mit Eselsmilch... Ich fand, ich duftete allerliebst. Am nächsten Morgen war ich überpünklichst im Klassenzimmer und erwartete aufgeregt die Ankunft von Markus. Er kam... - verzog das Gesicht, rannte schnurstracks zum Fenster und riss es sperrangelweit auf. "Pfui Teufel, wie stinkt es denn hier?", rief er und ich wäre am liebsten vor Scham im Erdboden versunken...

Ich war Klassensprecherin und zu den schönsten Erlebnissen meiner Schulzeit gehört ein 1-wöchiger Skilandheimaufenthalt meiner Klasse mit mir in Zauchensee. Ich konnte damals nur noch sehr schlecht laufen, dennoch bestanden meine Freunde darauf, dass ich unbedingt mit müsse. Gleich am ersten Tag stürzte Claudi, bekam ein Gipsbein und leistete mir dann tagsüber Gesellschaft, wenn die anderen auf der Piste waren. Wir hatten dann gemeinsam die Aufgabe, tolle Aprés-Ski-Feten für die Heimkehrer vorzubereiten und managten das natürlich mit Bravour.

Unsere Klasse bestand aus 1/4 Mädchen und 3/4 Jungs. Wir machten witzige Parties mit tollen Spielen, es wurde viel geschwoft und natürlich bildeten sich nach unserer Vorstellung Pärchen fürs Leben (sozusagen  2 - 4 Wochen ging das dann mit dem "zusammen gehen"). Im Tiefschnee unter Einwirkung von Jagertee, der uns streng verboten war, konnte man aber auch die große Liebe gut finden;-). Wir Mädels hatten es ja auch super, auf jede von uns kamen 3 Jungs, paradiesisch. Es war einfach wirklich eine tolle Woche.

Ich wurde mit 14 Jahren, wie meine Klassenkameraden und Freunde gleichen Alters, konfirmiert und erinnere mich gern an den Konfiunterricht. Naja, eigentlich mehr an den Heimweg danach, der meist an der kleinen Pommes-Bude (kleiner Umweg...) vorbei ging und wir, Nela und ich, uns ´ne große Pommes mit Majo gönnten. Wahlweise gab´s auch mal vom Bäcker Zwetschgenkuchen...

Ich konnte damals schon nur noch sehr schlecht Treppen steigen und nicht mehr knien und wieder aufstehen. So erregte ich zur Konfirmation Aufsehen, nicht weil ich meinen Konfispruch nicht konnte, sondern weil Nela (sie begleitete mich auf meinem Gang und stützte mich auf den Treppen vorm Altar...) und ich, die einzigsten waren, die sich zur Einsegnung nicht hinknieten - und ich trug auch kein Kleid sondern Hosen...

Rot sah ich bei einem liebevollen Kuss von meiner ersten großen Liebe. Ich hatte gerade bei meinen Eltern durchgeboxt, dass ich in meinem Zimmer (in dem alten Fachwerkhaus mit Holzdielen und alten vermackten Türen und Fenstern) die alte Zimmertür und meinen Schreibtisch sowie alle Regalbretter knallrot streichen zu dürfen. Nachdem ich das Ok hatte, machte ich mich sogleich dran, den Pinsel zu schwingen... Ich fand, es sah klasse aus und als mein Freund kam, zeigte ich ihm begeistert mein Werk. Er fand es auch toll, aber mich in diesem Moment wohl noch toller und so fand ich mich kurz drauf an die Tür gedrängt und er stemmte sich mit beiden Händen an der Tür ab und grinste mich an... Ich glaube, wir waren etwas in anderen Sphären, verliebt wie wir waren und er nahm mein Gesicht in seine beiden Hände und küsste mich liebevoll...

Als er seine Hände von meinem Gesicht nahm, sah er mich ziemlich entgeistert an - die rote Lackfarbe an der Tür war noch feucht gewesen und so hatte ich nun seine beiden Handabdrücke in rot auf meinen Wangen. Es war rote Lackfarbe, die nun im Gesicht, an den Haaren und an meiner Rückfront an der Malerschürze haftete. Eine hartnäckige Sauerei, die wir mit Nitrolösung, weil Seife nichts brachte, versuchten von meinem Gesicht zu waschen. Ich hatte danach 2 Wochen so entzündete  Gesichtshaut und die Haare waren jetzt am Hinterkopf durchgestuft...

Es ist eine schöne Erfahrung meiner Teenagerzeit, dass ich wegen meiner Behinderung nie völlig vom "bunten Leben der Teenies" ausgeschlossen war. Ich bin zwar nicht in die Tanzschule gegangen, jedoch war ich selbstverständlich beim Abschlussball dabei. Da ich nur noch wenig die Füße vom Boden anheben konnte und ich mir immer in den Saum eines Abendkleides getreten hätte, schneiderte mir meine Mutter einen Traum in Weiß mit schmalem Oberteil und 70cm weiten Schlaghosen, damit ich ohne zu Stolpern mich auch im Tanzstundenball-Outfit fühlen und ungehindert, mich sanft drehend mit meinem Freund auf die Tanzfläche wagen konnte.

Bei uns zuhause war eigentlich immer Tag der offenen Tür. Wir wohnten in der Betriebswohnung der Firma Heudorfer, bei der mein Vater arbeitete. Mein Bruder und ich hatten jeder ein Mansardenzimmer im obersten Stock, die hintereinander lagen mit Durchgangstür. Mein Bruder war mit 18 schon viel außer Haus, so dass ich oft 2 Zimmer zur Verfügung hatte und Platz für Treffen mit der Clique und kleine Spontanfeten.

Legendär waren unsere Pizzafeten. Da meine Mutter schon einen Heißluftherd besaß, konnten wir bis zu 3 Bleche auf einmal ins Rohr schieben. Das gemeinschaftliche Kreieren der Pizzas war klasse, jeder belegte sich seinen Teil mit vorbereiteten kleingeschnittenen Zutaten und Annika machte Furore, weil sie Schinken und Salami praktischerweise mit der Schere kleinschnitt. Bei Annika zuhause war es auch immer klasse. Ihre Mutti ist Schwedin, Annika somit auch und im Hause Jung herrschte immer eine angenehm Stimmung, wie Astrid Lindgren sie oft in ihren Geschichten beschreibt und in der man sich immer gleich richtig zuhause fühlt..

Die großen Filme meiner Teeniezeit waren Lovestory, Der große Gatsby und Der Pate. Bei Lovestory war das Kino so brechend voll und alle um mich her schnieften vor Rührung. Als das Licht nach der Vorstellung an ging, waren verdammt viele Gesichter von Mascara verschmiert und ich erinnere mich an Michael, meinen Klassenkameraden, der auch feuchte Augen hatte und scheinbar das erklärend laut meinte: "Scheiß Liebe!"!

Bei der große Gatsby mit meinem Teenie-Idol Robert Redford gab´s zarte Küsse in der letzten Reihe und ich genoss die Überlänge des Films. Leider sah ich erst nach Jahren doch noch einige verpasste bzw. verküsste Filmsequenzen, die mir den Film dann aber doch noch näher brachten.

Den Paten mit Marlon Brando habe ich zusammen mit meinem Freund und seinem Zwillingsbruder, beide rechts und links neben mir sitzend, gesehen. Ich fand den Film das Brutalste, das ich je in meinem Leben gesehen hatte, hielt im Drunkeln beider Hände fest umklammert und schloss bei spannenden Szenen meist die Augen. Die beiden Brüder hatten mich irgendwie in die Filnvorführung geschmugggelt, denn ich war noch gut unter 16, weshalb ich auch manche Szene nicht wirklich verstand und bei den Brüdern nachfragte. Diese feixten nur und ließen meine Fragen unbeantwortet. Als ich mit über 16 Jahren das Buch von Mario Puzo las, wurde ich im Nachhinein beim Lesen von den Beschreibungen eines kurzen Quickies etc. knallrot vor Scham, weil mir aufging, weshalb die Brüder damals so frech bei meiner Frage lachten: "Was der Mann und die Frau dort am Türrahmen zusammenstehend machen und warum die Frau immer rhythmisch mit ihrem Kopf an den Türrahmen schlägt...?" - Ich bin auch deshalb heute eine Verfechterin der FSK 16 und finde sie nicht sinnlos ;-).

Ich habe in der Schule die Fächer Deutsch und Zeichnen geliebt, was aber eigentlich mehr an den Lehrern lag. Vokabeln zu pauken war nicht meine Welt und mein Französischlehrer ärgerte sich oft über meine Faulheit. Als er uns einmal eine der Klassenarbeiten zurückgab, knallte er mir mein Heft auf den Tisch und meinte, "oh, Pabst, was ich hier habe" (und zeigte auf sein Hirn), "hast du hier" (und tippte mir auf meinen Oberarm). Ich konterte daraufhin frech: "Herr Schmiedinger, ich habe Muskelschwund". Großer Brüller im Moment, selbst dem Lehrer rang es ein Schmunzeln ab, doch ich hätte mich wirklich besser mal auf die Französische Grammatik konzentriert...

Die Lehrer für Mathe, Physik und Chemie hatten vorrangig mein Mitleid, weil ich der Überzeugung war, dass sie nur den Rausch der Nüchternheit kannten. Obwohl – den Chemielehrer fand ich damals doch sehr süß und so war auch dessen Unterricht erträglich. Mein Vater, der Chemie studiert hat, konnte mein Unverständnis für die Materie niemals fassen.

Dafür fand ich Musikunterricht klasse und war auch längere Zeit freiwillig im Chor. Die Beatles interpretierten wir, meiner und der Meinung vieler anderer nach, bei einem Schulfest echt grandios.

An den Geschichtsunterricht, der gar nicht meine Welt war, erinnere ich mich leider mit echtem Grausen. Es interessierte mich nicht, was vor 200 Jahren an Kriegen in der Welt stattfand. Ich stand deshalb immer zwischen den Noten 4 und 5 in Geschi und mein Geschichtslehrer ging sogar soweit, mir vor versammelter Klasse zu sagen, dass es bei mir eine Schande wäre, dass das Frauenwahlrecht eingeführt worden wäre. Das war eigentlich eine Unverschämtheit, denn ich liebte Gemeinschaftskunde, war politisch in der Gegenwart interessiert und konnte wiederum eine braune Gesinnung bei meinem Geschichtslehrer sehr wohl objektiv erkennen...

In der 10. Klasse war ich nicht nur Klassensprecherin, sondern auch Schulsprecherin der Mittelstufe. Meine Behinderung wurde mir damals zum Verhängnis. Dem Schuldirektor war die Möglichkeit gegeben, seine Antipathie gegen mich auszuspielen, in dem er die Klasse, in der ich war immer zur Wanderklasse erklärte.

Wegen Schulraummangel musste meine Klasse immer für mehrere Stunden Klassenräume in der Hauptschule aufsuchen. Da ich keine Tasche mehr tragen konnte, ich gefahren werden musste, kam ich so in den Genuss mit meiner Freundin, die meine Tasche trug, von unserem Lieblingslehrer (Schmiedi) in seinem Mini chauffiert zu werden. Außerdem war "Eduscho" gleich ums Eck an der Hauptschule, dass man dort noch ein Tässchen schlürfen konnte, bevor man sich "leider" verspätet in den Unterricht trollte.

Ich lernte damals mehr das Leben als den Schulstoff und musste die 10. Klasse wiederholen. Immer in den Klassen 5 - 10b gewesen, wechselte ich jetzt zum Wiederholen in die 10 c und siehe da, ab da waren die C-Klassen die Wanderklassen... Tatsächlich dramatisch war für mich, dass der Schuldirektor von mir verlangte, dass ich nicht wieder für das Amt des Schulsprechers kandidierte, da meine Leistungen so schlecht waren und ich doch auch vernünftigerweise eher auf eine Behindertenschule gehörte...

Als Klassensprecherin habe ich eine Klassenfahrt der 10c nach Nürnberg mitorganisiert, einzig um die Reservierung der Unterbringung kümmerte sich unsere Klassenlehrerin ganz allein und höchstpersönlich. Bei der letzten Besprechung der Fahrt stellte sich dann heraus, dass sie einen Platz zu wenig bestellt hatte. Auf meine Frage "warum?", erklärte sie, dass ich nicht mit dabei wäre, weil sie die Verantwortung nicht übernehmen könnte. Eigentlich wüßte sie gar nicht, woher ich überhaupt mein großes Selbstvertrauen hernehme. Es hat mich sehr verletzt und einige meiner Klassenkameraden wollten dann auch nicht fahren. Ich hatte mir aber große Mühe mit meiner Organisation gegeben, die nicht vergebens sein sollte. So fuhren sie alle nach Nürnberg, ich blieb zuhause (ging nicht währenddessen in die Parallelklasse in den Unterricht) und bekam viele tolle Postkarten von meinen Klassenkameraden aus Nürnberg.

Ich habe das Klassenziel beim Wiederholen der 10. Klasse auch beim zweiten Mal nicht erreicht, wurde jedoch kurz zuvor 18 Jahre alt und volljährig, dass ich mein „Abschluss-Zeugnis“ nicht mehr von meinen Eltern unterschreiben lassen musste...

Mein 18. Geburtstag war toll, wir feierten ihn an der Falkensteiner Höhle. Die mehr als 5 km lange Falkensteiner Höhle ist die längste Höhle der Schwäbischen Alb und empfängt den staunenden Besucher mit einem mächtigen Portaleingang. Der größte Teil ist mit Wasser geflutet und nur von Erfahrenen begehbar. Das war aber nicht unser Wunsch, sondern wir schlugen im Anfangsportal unsere Nachtlager auf, denn abends ab 22h lachte der Himmel Freudentränen und da waren wir im Höhleneingang trocken und sicher.

Wir waren schon bei bedecktem Himmel Richtung Grabenstetten gefahren, etwas leichtsinnig, doch man wird nur einmal 18... Unsere vergnügte Grillerei war noch im Trockenen...

Es kamen dann bei dem drohenden Unwetter abends Höhlenforscher vorbei, die uns rieten ins Höhlenportal umzusiedeln und sie ließen uns ihre Karbitlampen da, damit wir unser Übernachtunsportal beleuchten konnten. Doch viel geschlafen haben wir alle nicht und morgens strahlte uns die Sonne schon früh an und wir konnten uns auf der großen Wiese ein gutes Stück unter der Höhle gut aufwärmen. Wir machten auch ein Lagerfeuerchen, damit wir uns Frühstücksrührei bruzzeln konnten. In der übermütigen ausgelassenen Stimmung fingen die Jungs an mit einem Beil auf einen höheren Baumstumpf zu werfen, in der Hoffnung, dass er stecken bliebe. Markus war nicht schlecht und traf öfters. Da gesellte sich Annika dazu, wollte es auch versuchen und scheiterte kläglich beim ersten Versuch. Nicht weit weg kam eiskaltes Quellwasser aus dem Boden und füllte eine 1m hohe Kuhle bis sie weiter floss. Markus siegessicher provozierte Annika und meinte, sie hätte 3 Versuche, wenn sie einmal treffen würde, stiege er in das kalte Quellwasser und tauche kurz bis zum Hals unter... Was soll ich sagen, die ersten 2 Versuche waren so miserabel, dass keiner damit rechnete, dass der 3. Wurf perfekt klappte. Markus - Ehrenmann - stieg in die Quelle... Er hat es noch stundenlang frierend überstanden, doch ich hoffe solchen gefährlichen Blödsinn macht er heute nicht mehr...

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